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17. April 2017 | Von: Gernot Zielonka

Spitzenreiter?

Deutsche Hersteller und Zulieferer sind internationale Spitzenreiter bei Antriebspatenten. Das zeigt eine Studie des ifo-Instituts, die in Kürze veröffentlicht wird. Demnach stammt weltweit jedes dritte Patent im Bereich Elektromobilität (34 %) und Hybridantrieb (32 %) aus Deutschland. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum der Jahre 2010 bis 2015. Die Krux nur: Die deutsche Autoindustrie und der VDA forcieren, unterstützt durch eine unfähige Bundesregierung, althergebrachte Diesel- und Benziner massivm wohingegen alternative Antriebe ehr als stiefmütterlich behandelt werden.

Was helfen alle Jubelmeldungen, wie toll doch angeblich Deutschland bei der Entwicklung der E-Mobilität ist, wenn die Relität das genaue Gegenteil beweist. So wird z.B. ganz bewusst der Strom fürs Betanken von batterieelektrischen Autos und Hybriden an öffentichen Ladesäulen derart teuer gemacht, dass elektrisch Fahren unterm Strich mehr kostet als das mit Verbrennermotoren. Außerdem wird nach wie vor die Ausbreitung von Ladesäulen z.B. an Wohnblocks und in Tiefgaragen durch eine unsägliche Gesetzgebung massviv behindert. Und den Kunden wird gebetsmühlenartig vorgegaukelt, Diesel und Benziner seien mehr oder weniger ohne Alternative. Insofern ist klar, warum hier zu Lande kaum jemand ein Eektroauto kauft. 

Bei Patenten zu Benzin und Dieselfahrzeugen haben die deutschen Unternehmen sogar einen Anteil von 40 %. Dabei geht der Großteil der Forschungs- und Innovationsleistungen in Effizienzverbesserungen. So zielen zwei von drei deutschen Patenten zu Verbrennungsmotoren auf Verbrauchsreduktion ab.  

Bei Brennstoffzellenfahrzeugen liefern sich die großen Automobilländer ein Kopf-an-Kopf-Rennen. So stammt ein Viertel der Patente auf diesem Gebiet aus Deutschland. Japans Anteil liegt bei 28 %, aus den USA kommen 23 Prozent.  

Dazu Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): „Die Zahlen zeigen die starke technologische Basis der deutschen Automobilindustrie bei herkömmlichen und alternativen Antrieben. Grund dafür sind unsere enormen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, weltweit 39 Mrd. pro Jahr. Die Automobilunternehmen investieren massiv in die Zukunft.“  

Für die Analyse hat das ifo Institut im Auftrag des VDA rund 48.000 internationale Patente untersucht, die in den Produktkategorien „Verbrennungsmotoren“, „Elektrofahrzeuge“, „Hybridfahrzeuge“ und „Brennstoffzellenfahrzeuge“ angemeldet wurden. Quelle: VDA / NF

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