Ökologie

15. Februar 2017 | Von: Gernot Zielonka

Erdgasantriebe werden weiter gefördert

Das Deutsche Verkehrsforum (DVF) begrüßt den Beschluss der Bundesregierung, die Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff bis 2026 zu verlängern. Freilich sind Gas-Automobile in deutschen Firmenflotten so gut wie überhaupt nicht vertreten. Und auch ansonsten fahren nur ganz, ganz wenige Gewerbetreibende Fahrzeuge mit Erd- bzw. Autogas.

Dr. Ulrich Nußbaum, Vorsitzender des DVF-Präsidiums: "Die Bundesregierung erwartet vom Verkehrssektor eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen. Vor allem der Straßenverkehr soll seine Emissionen noch stärker senken. Neben dem Markhochlauf der Elektromobilität brauchen wir dafür eine erhebliche Ausweitung der Erdgasmobilität. Der Gesetzesentwurf schafft die notwendige Planungssicherheit für Unternehmen und Autokäufer."

Gasantriebe ermöglichen neben der CO2-Reduktion auch eine Senkung der NOx-Emissionen, was insbesondere für die geforderte Einhaltung von EU-Luftschadstoffgrenzwerten bei Pkw relevant ist. Fahrzeuge mit Gasantrieb sind ausgereift und im Markt verfügbar. Allerdings hat die Entwicklung gezeigt, dass für die vermehrte Anschaffung von Erdgasfahrzeugen weiterhin wirkungsvolle wirtschaftliche Anreize erforderlich sind.

Dazu zählt vor allem eine verlässliche steuerliche Perspektive. Alle Marktteilnehmer benötigen Klarheit für ihre Investitionsentscheidungen. Nußbaum: "Wir hätten uns gewünscht, dass die Steuerermäßigung zumindest bis 2026 auf dem aktuellen Niveau gehalten wird. Das sind 13,90 Euro pro Megawattstunde. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht nun vor, dass die Ermäßigung schon ab 2024 zurückgefahren wird und 2026 ganz endet. Im Ergebnis ist das aber ein vertretbarer Kompromiss. Wir hoffen, dass der Deutsche Bundestag und der Bundesrat das Gesetz rasch beschließen."

Was Nußbaum freilich verchweigt: In Europa gehen die Gasvorräte langsam zur Neige. Deutschland ist mehr oder weniger auf das Wohl und Wehe von Russland angewiesen. Ein weiterer großer Erdgaslieferant wäre Kasachstan; aber die Vorderasiaten haben langfristige Lieferverträge mit China geschlossen. Die Frage also wäre, woher das Erdgas überhaupt nehmen? Quelle: DVF / NF

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